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Konzepte und Techniken der traditionellen und modernen Bluesgitarre |
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Vorwort Hallo und herzlich Willkommen bei "Blues Guitar Rules". Regeln für den Blues? Nun ja, so manchem mag dies ein wenig paradox vorkommen. Gilt der Blues doch allgemein als der Inbegriff der feelingorientierten Musik schlechthin. Mal ganz davon abgesehen, daß dies vielleicht schon die Quintessence des dir vorliegenden Buches sein könnte, kann einem der Blues bei näherem Hinsehen noch viel mehr geben als den Hinweis, doch 'mal zur Abwechslung anstatt an Eight-Finger-Tapping ans Bluesfeeling zu denken. Aber was kann der Blues einem dünnen, weißen Jungen wie mir noch geben ? Als ich 1989/90 am GIT in Los Angeles studierte, gab es an irgend einem Donnerstagabend 'mal wieder eins der mehr oder weniger regelmäßigen Gastkonzerte. Albert Collins und Band stand auf dem Programm. Nun muß ich ganz ehrlich sagen, war mir der Name zwar schon bekannt, aber damit hatte es sich auch schon. Daß dieser Abend für mich einer der wichtigsten während meines gesamten Aufenthaltes werden sollte, wußte ich selbst bis zur ersten Zugabe noch nicht. Das Konzert war zwar schon ziemlich gut gewesen, aber da Mr. Collins ja nun mal nicht gerade ein filigraner Künstler auf seinem Instrument ist, haute mich das Ganze nicht so richtig von den Socken. Zumal ich zu dem damaligen Zeitpunkt mit Blues eher Leute wie Robben Ford etc. in Verbindung brachte. Alles änderte sich jedoch beim letzten Song des Abends, bei dem Albert Collins, wie soweit ich weiß an jedem Abend, mit einem ca. 200 m langen Gitarrenkabel durch die Reihen zog und jeden einzelnen Zuschauer "anblueste". Und obwohl ich schon gehofft hatte, daß es mich aufgrund meines Stehplatzes vielleicht doch nicht erwischen würde, stand mir plötzlich das Gesicht von "The Iceman" persönlich in ca. 15 cm Entfernung gegenüber. Diese Entfernung ist schon ziemlich ausliefernd und jede Flucht wäre zwecklos gewesen. So sah ich also einem ziemlich überzeugenden Albert Collins in sein verlebtes Bluesgesicht, hörte ein während des Spielens in mein Gesicht gerufenes "C'mon skinny white boy, get the god damn blues" und - war erlöst , denn Mr. Collins war schon weiter zum nächsten gezogen, um den Blues zu verkünden. Nun hat mich dieses Erlebnis zwar nicht so bekehrt wie einst in der Kirche das Licht den Bluesbruder Jake, aber dennoch soviel gekickt, mich 'mal etwas mehr mit der Materie und dem Begriff Blues auseinanderzusetzen. Denn offensichtlich war dieses Lebensgefühl so ehrlich und wichtig für Herrn Collins, daß er selbst nicht vor nichtsahnenden weißen Jungens zurückschreckte, um den Blues zu missionieren. Teile meiner Forschung in Sachen Blues und deren Auswirkung auf die Entwicklung der Rockgitarre konntest du vielleicht schon in meinem ersten Buch "Masters of Rock Guitar" nachlesen. Ähnlich wie in dem methodischen Nachfolgewerk dazu, "Rock Guitar Secrets", werde ich in diesem Buch weit in die Tiefe gehen, was die spielpraktischen und theoretischen Konzepte der Bluesgitarre angeht. Ein Blick in das Inhaltsverzeichnis wird dir zeigen, daß in diesem Buch alle für die Bluesgitarre wichtigen Spieltechniken, Rhythmusgitarren- und Improvisationskonzepte enthalten sind. Somit hoffe ich, daß "Blues Guitar Rules" deinem Anspruch an ein umfassendes Lehrbuch für die Bluesgitarre gerecht wird. Es beginnt mit Stage 1 - Easy Blues, in dem ich die Enwicklung und die fundamentalen Grundlagen des Blues und der Bluesgitarre erkläre. Dieser Teil des Buches ist aufgrund seiner sehr einfachen, aber sehr authentisch klingenden Beispiele besonders gut für Anfänger geeignet. Stage II - Blues & Blues Rock Styles geht mehr in die rockigere Ecke des Blues und wird dir anhand von authentisch klingenden Rhythmusfiguren und Bluessoli im Stile von Clapton, Hendrix, Robben Ford, Stevie Ray Vaughan, Gary Moore und anderen Einblick in die Konzepte und Licks dieser Gitarristen geben. Je weiter ich mich mit dem Thema Blues beschäftigt habe, wurde mir klar, daß er nicht nur feeling- und groovemäßige Grundlage für jede Art von Rock und Pop ist, sondern daß sich an dieser doch eigentlich so simplen musikalischen Ausgangsform fast jedes Jazz- und Harmonielehrekonzept erklären läßt. Und ich als alter "Closet Jazzer" konnte nicht umhin, mich auch in dieser Richtung zu engagieren. Herausgekommen ist dabei Stage III - Der Jazzblues. In diesem Teil wird es eine Menge dem Jazz entstammender Konzepte geben, die sich allerdings auch hervorragend mit einer Strat und einem aufgedrehten Marshall verstehen. Womit ich schon beim nächsten Punkt angelangt wäre: der beiliegenden CD. Auf ihr findest du natürlich wieder eine Menge Beispiele und Blues-Jamtracks. Um den größten Lerneffekt mit diesem Buch zu erleben, solltest du eng mit dem Buch und der CD arbeiten. Geschriebene Musik ist leider manchmal nur die halbe Wahrheit. Gerade beim Blues mußt du deine Ohren zur Hilfe nehmen, um das Phrasing der Beispiele zu erfassen. Dies gilt natürlich auch für das intensive Hören von Bluesplatten, denn ohne dem geht, fürchte ich, leider nichts, gerade was das so oft gepriesene Bluesfeeling angeht. "Blues Guitar Rules"? Regeln für die Bluesgitarre? Zum Glück bietet die englische Sprache noch eine andere Übersetzung für den Titel dieses Buches. "To rule" bedeutet ja Übersetzt "regieren" bzw. in der Umgangssprache so etwas wie "amtlich sein" oder "das Beste/Coolste Oberhaupt sein". Das trifft zumindest meinen Kern! In diesem Sinne.... Stay tuned.. play hard.. be real Peter Fischer |
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