Song 1: BERGE IN SICHT [2.43]

Der erste Titel der Platte ist ein atmosphärisches Akustikgitarrenstück, bestehend aus drei etwas obskur gestimmten Akustikgitarren und einem enorm verlangsamten Schlagzeugbreak eines handelsüblichen Drumcomputers. BERGE IN SICHT wurde schon 1990 auf einem recht preisgünstigen Vierspurrecorder aufgenommen und wartete seitdem auf eine höhere Bestimmung. Man kann dieses Lied auch als Abspannmusik auf Peter Fischers gitarristischem Aufklärungsfilm "Modern Rock Concepts" finden.


Song 2 : HALLELUJA [4.19]

Das zweite Lied HALLELUJA ist eine mid-tempo Rocknummer, die sich, vordergründig gesehen, textlich mit den manchmal doch etwas verdrehten Sinneswahrnehmungen nach einer ereignisreichen, auf die ein oder andere Art durchgemachten Nacht auseinandersetzt. Das Symbol des "knabengeilen Engels" kann aber auch anders gesehen werden. Oft genug werden "mondsüchtige Sünder" in Grenzsituationen ihres Lebens durch Organisationen ausgenommen, indem ihnen durch Religion, Glaube und Spiritualität Hilfe versprochen wird. Der Rickenbacker-Sound zu Anfang ist übrigens nicht echt. Er stammt aus der Roland VG-8 Konserve.


Song 3: MEINE KLEINE SCHLAMPE [4.20]

Eine nicht autobiographische Liebeserklärung an einen besonders liebenswerten, wilden, ungebundenen, postfeministischen Frauentypus, der endgültig alle Regeln und Konventionen über Bord wirft und sich lustvoll selbstverwirklicht. Oder: Mann trifft Frau. Er ist normal und eher bieder, sie nicht. Sie zeigt ihm ihre Art Leben. Er liebt sie dafür.
MEINE KLEINE SCHLAMPE ist ebenfalls ein mid-tempo Rocksong und ein Highlight vieler SILBERFISCH - Gigs.
Hörprobe (mp3-download 607kb)

Song 4: DAS GUTE UND DAS BÖSE [ 4.24]

Noch ein Liebeslied, diesmal in höherem Tempo mit einem interessanten Gitarrensolo.
Folgende Story wird aus der Sicht des Mannes erzählt: Frau trifft Mann. Vielleicht ist es ein "blind date", evtl. durch eine eindeutige Kontaktanzeige, vielleicht aber auch nicht. Sie will ihn. Sie will seinen Körper. Sie zögert, hat Angst, denn man weiß nie, ob man nicht doch an irgendeine Art Freak gerät. Er ist ihr überlegen. Trotzdem läßt er sie zappeln und ihr das Gefühl entscheiden zu können. Sie will ihn. Das und der Unbekannte reizen.


Song 5: DIE ALTEN UND DER WIND [5.27]

Eine einfühlsame Ballade über den Balkankrieg. Zahlreiche unterschiedliche Gitarrenklangfarben werden verwendet: Tremolo- und Lesliegitarren, akustische Gitarren und einige eher obskure Klangfarben bilden einen interessanten Klangteppich für dieses Lied über das Grauen auf der anderen Seite unserer Haustür.


Song 6: BLUESOMANIE [3.11]

BLUESOMANIE ist ein weiteres Instrumentalstück auf der Silberfisch - CD. Es stellt mehr die virtuose Seite von Peter Fischers Gitarrespiel in den Vordergrund. Jazzbeeinflußte Unisonoläufe von Bass und Gitarre werden von einer aggressiven Bluesinterpretation der 90er Jahre gefolgt, in der Peter Fischer viele Schubladen der modernen Sologitarre öffnet.
Hörprobe (mp3-download 497kb)


Song 7: DAS LOCH IM KOPF [4.55]

Das Loch im Kopf ist ebenfalls eine mid-tempo Rocknummer, mit einem weiten, akustikgitarrenorientierten Sound. Inhaltlich geht es um einen jungen Neonazi, der Rassismus "irgendwie cool" findet, auf volkstümliche Musik steht, keine eigene Meinung hat und zu schwach ist, sich seiner durch ihn verursachten Gewalt zu stellen. Angeregt durch ein Fernsehportrait über diesen Jungen, ist dies der Versuch einen Song über ein wichtiges Thema, ohne den drohend erhobenen Zeigefinger, zu bringen.

Im Anschluß an dieses Lied, gibt es eine kurze hörspielmäßige Überleitung zu Song 8 MUTTERLIEBE mit dem Titel "Der Ruf der Wildnis". Sie dient dazu, die heikle Thematik des Songs noch etwas krasser zu machen. Die Perkussionsinstrumente sollen die aufsteigende Lust der Mutter symbolisieren. Der Rest erklärt sich von allein.
Hörprobe (mp3-download 482kb)


Song 8: MUTTERLIEBE [3.41]

Eine schnelle, aggressive Rocknummer mit bedrohlichen, chromatischen Gitarrenriffs und einem treibenden, schon fast techno-mäßigen Groove. Es geht um Kindesmißhandlungen durch die eigenen Eltern, in diesem Fall der Mutter. Der stark verzerrte Gesang betont zusätzlich die Textthematik. Ein direkter, unbequemer Text zu einer dunkelen Seite der menschlichen Existenz.


Song 9: DAS DACH DER WELT [5.04]

DAS DACH DER WELT zeigt eine eher poetische Seite von SILBERFISCH. Wieder bilden zahlreiche unterschiedliche Gitarrensounds einen farbigen Klangteppich.
Textlich gesehen geht es in diesem etwas weicheren Liebeslied um die kleinen Oasen, die man sich zu zweit suchen muß, um ein wenig Ruhe in diese laute Welt zu kriegen.


Song 10: KARTOFFELN AUF DEM MOND [5.34]

Eine ähnlich Grundstimmung erzeugt die schon 1990 komponierte, sehr atmosphärische, schon fast filmmusikartige Gitarrenballade KARTOFFELN AUF DEM MOND. Eine einsame Gitarre wird von einem immer komplexer werdenden, afro-orientierten Drumpart und einem sich verdichtenden Rhythmusgitarrenarrangement umspielt.


Song 11: BERGE VON HINTEN [1.40]

Dieses Outro der Platte entstand dadurch, daß die Kassette von BERGE IN SICHT eines Tages versehentlich falsch herum in die Bandmaschine gelangte. Die rückwärts klingende Aufnahme hat einen ganz besonderen Reiz und erzeugt eine eigenartige, fast schon asiatische Atmosphäre.


Das "versteckte" Lied: EIN AUSFLUG NACH DUDELSBURG (Trip to Shredsville)

Exakt zwei Minuten nach dem Ausklingen von BERGE VON HINTEN, wird der Zuhörer von einem weitern, jedoch nicht anwählbaren Song überrascht: EIN AUSFLUG NACH DUDELSBURG.
Dieser Titel entstand 1989 in Los Angeles auf einem billigen Vierspurrecorder und war als Demotape für Talententdecker Mike Varney und dessen "Spotlight" Kolumne in der amerikanischen Gitarrenzeitschrift GUITAR PLAYER gedacht.
Mike Varney, der in dieser Kolumne vorher schon Leute wie Paul Gilbert und Billy Sheehan (Mr BIG), Jennifer Batten (Michael Jackson), Yngwie Malmsteen uvm. präsentiert hatte, war von Peter Fischers "innovativem und erfrischendem Demotape" so begeistert, daß er ihn in der Ausgabe vom November 1989 als herausragendes Talent vorstellte. Dieser Song ist also mehr eine Zugabe für alle Gitarrenfreaks.
Hörprobe (mp3-download 971kb)

GESAMTLAUFZEIT: 49.58



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