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Rock Guitar Basics
Folge 2 "With a little help from my friends" oder Supportive Fingering -Workshopserie des Gitarre & Bass-Magazins-
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"In Abänderung des Programms zeigen wir Ihnen heute......Dauerbrenner die Zweite" Eigentlich hatte ich mir ja vorgenommen, in meiner kleinen Workshopreihe auch auf so wichtige theoretische Themen wie Intervalle, Dreiklänge, erweiterte Akkorde usw. einzugehen. Ich hab es mir jedoch anders überlegt und werde weiterhin auf Dauerbrennerthemen meiner Workshops und Seminare eingehen. Die anderen Themen findest Du ja sehr detailliert erklärt und mit vielen Beispielen versehen in meinem letzten Buch Rock Guitar Basics. Nach dem ersten Exkurs zum Thema "Handhaltungen" vom letzten Monat, geht es diesen Monat um das gerne in den Raum geworfene Thema "Technik". "Oh nein, bitte nicht ! Die Zeit der Virtuosen ist doch schon lange......" Moment mal ! Wer sagt denn, daß eine makellose Technik immer langweilige Geschwindigkeitsorgien auf dem Griffb(r)ett mit sich bringt? Eine gute gitarristische Technik fängt meiner Meinung nach schon viel früher an. "Also keine 32tel Noten bei Tempo 200?" Nein, ganz im Gegenteil! Eins der Grundprobleme vieler Gitarristen sind zu weit ausladende und weite Bewegungen, sowohl von der Greif- wie von der Anschlagshand. Dies fällt zu Anfang nicht so sehr ins Gewicht. Will man dann aber doch irgendwann mal etwas schneller spielen, kommt man nicht so recht weiter und wundert sich zudem auch noch warum. Es geht also darum, die Bewegungen beider Hände zu minimalisieren. Ein Weg für die linke Hand ist Supportive Fingering oder zu deutsch unterstützender Fingersatz. Die Existenz dieses Begriff war für mich lange Jahre völlig unbekannt. Bis zu einem Abend während meiner Zeit am GIT im Jahre 1989. Ich hatte an diesem Abend zum ersten Mal die Gelegenheit ein Konzert von Steve Lukather in einem sehr kleinen Club namens "The baked potatoe" aus allernächster Nähe zu sehen. Was mich am meisten beeindruckte war mit welch minimalen Bewegungen der linken Hand Lukather über das Griffbrett schoß. Es sah ehrlich gesagt zeitweise so aus, als würde er gar nicht wirklich spielen, sondern einfach nur die Finger der linken Hand auf das Griffbrett legen und den Hals rauf und runter rutschen. Die (ohrenbetäubenden) Klänge aus seiner Anlage bewiesen jedoch anders. In der Pause zwischen zwei Sets und zwei Bieren, brachte ich genügend Mumm auf und fragte ihn, wie er das mit der linken Hand denn hingekriegt hätte. Versteckt in einem Schwall von etwa einem Dutzend Wörtern, die F beginnen und mit UCK enden, gab er mir zu verstehen, daß sein ehemaliger Gitarrenlehrer Jimmy Wyble ihn seinerzeit mit Supportive Fingering Übungen malträtiert habe. Supportive what? Dieses Konzept entstammt der klassischen Gitarre und beinhaltet vereinfacht gesagt, daß die Finger der Greifhand so lange auf ihrer Stelle liegen bleiben, bis sie sich bewegen müssen, weil sie eine andere Note greifen müssen. Bevor es nun eine Reihe von Übungen dazu gibt, noch einige Vorbemerkungen: 1) Alle Übungen bringen die meiste Wirkung, wenn Du sie so LANGSAM wie möglich spielst, aber dafür darauf achtest sie wirklich PERFEKT zu spielen. 2) Diese Übungen bringen einen sichtbaren und spürbaren Effekt, wenn Du sie kontinuierlich über einen Zeitraum von einigen Monaten, jeden Tag einige Minuten lang übst. Sie sind zwar keine "Instant Guitar Hero Übungen", verbessern Deine Spieltechnik aber dafür auf absolut grundlegende Art und Weise. Es dauert halt nur etwas.... Der Effekt ist dafür aber umso größer. 3) Ab einer gewissen Geschwindigkeit oder einem sehr hohen Schwierigkeitsgrad, ist Supportive Fingering nicht mehr durchhaltbar. Gib Dir aber trotzdem Mühe dieses Konzept so oft wie möglich anzuwenden. 4) Je früher Du Dir dieses Konzept aneignest je besser. Haben sich erstmal Bewegungsabläufe jahrelang festgebrannt, ist es unheimlich schwierig sich wieder umzugewöhnen. Ich selbst kann ein Lied davon singen. Mein kleiner Finger bewegt sich immer noch nicht so galant wie ich es gerne hätte. Übungen mit der chromatischen Tonleiter Die erste Übung ist die gute alte chromatische Tonleiter. Der entscheidende Punkt liegt jetzt darin, alle greifenden Finger bis zum Saitenwechsel auf der Saite liegen zu lassen. Beim Abwärtsspielen werden zuerst alle Finger auf die neue Saite aufgelegt und dann nur noch abgehoben. Die Spinne Die nächste Übung ist schon schwieriger. Spiele auf jeder Saite den Fingersatz 1-2-3-4. Die Schwierigkeit besteht darin, beim Saitenwechsel die Finger erst auf die nächste Saite zu setzen, wenn sie an der Reihe sind und sie bis dahin auf der vorhergehenden Saite liegen zu lassen. Perfekt ist die Übung, wenn Du ein Terzintervall hörst (also z.B. die tiefe E-Saite im 8. Bund gegriffen solange klingt, bis Du auf der A-Seite im 7. Bund das E greifst und die Töne C und E zusammen klingen) Übungen mit der C-Dur-Tonleiter Hier sind drei Übungen mit der C-Dur-Tonleiter, in der 2. Lage gespielt. Bei Übung 1 und 2 bleibt der Zeigefinger die ganze Zeit im 2. Bund liegen. Also auch, wenn die A-Saite bzw bei Übung 2 die D-Saite gespielt wird. Ansonsten unterstützen wo es geht. Bei der dritten Übung bewegt sich lediglich der kleine Finger. Zeige- Mittel- und Ringfinger bleiben unbewegt auf ihren Plätzen liegen! So, das wäre es schon wieder für diesmal. Versuch beim Spielen wieder ganz genau Deine Hände genau zu beobachten oder noch besser, besorge Dir einen großen Spiegel, vor dem Du dann übst. Das erheitert nicht nur das Gemüt, sondern gibt Dir außerdem noch eine bessere Perspektive auf Deine Hände. Für Anregungen, Fragen, Kommentare und Feedback jeglicher Art bin ich immer sehr dankbar. Hier ist meine eMail-Adresse: kontakt@donpedrofischer.de Stay tuned bis zum nächsten Monat. |
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